Skip to main content
Festival Tanz Circle PIt

Mosh Pit, Circle Pit und Wall of Death – Die essentiellen Festivaltänze

Werbung

Das Festival und seine Tänze – Die abgefahrensten Stimmungsmacher – So bist du dabei.

Nur einfach dastehen und klatschen, das geht für Festivalbesucher überhaupt gar nicht. Ein Festival bedeutet Stimmung. Vor der Bühne formieren sich meist Ekstasen, die manch ein Besucher für befremdlich hält. Genau diese Extasen, dieses unkontrollierte Hüpfen und Schubsen hat sich tatsächlich zu einer Tanzkultur entwickelt. Gehst du auf ein Metal-, Hardcore- oder Punkkonzert solltest du ein paar Dinge über diese essentiellen Tänze wissen. Bist Du im Thema kannst Du selbst auf einem Festival alle Fesseln des Alltags einmal abstreifen.

Was ist Pogo?

Glaubt man den Storys im Internet, so war Sid Vicious von den Sex Pistels begründer des hauptsächlich im Punk vorkommenden Pogo´s. Er soll es gewesen sein, der als erster mit wilden Bewegungen und Sprüngen sich vor der Bühne wiederfand. Auf Wikipedia heißt es dazu: “Bei einem Konzertbesuch habe er unter Drogeneinfluss seinem Drang zu tanzen freien Lauf gelassen und sei wegen der Enge vor der Bühne wie wild auf und ab gehüpft, wobei er die anderen Zuschauer anrempelte. Musikreporter hätten dies beobachtet und dies als neuen Tanz interpretiert, der zu der neuen Musik bisher noch gefehlt hatte. Den Namen „Pogo“ hätten sie gewählt, weil Vicious wirkte, als hüpfe er auf einem Pogostab.”

Schnell wurde dies auch zum Markenzeichen der Band, denn in ihren Anfangstagen wurde hauptsächlich in kleinen Clubs gespielt, wo es vor der Bühne doch recht eng war. Die Punk Musik sorgte wiederum dafür, dass sich auch das Publikum entsprechend vor der Bühne bewegte und sich so der Pogo vor allem in dieser Szene ziemlich schnell etablierte.

Der Tanz war Ausdruck der Rebellion gegenüber den typischen Disco Tänzen und zog innerhalb kürzester Zeit nicht nur Punks sondern auch Rocker in ihren Bann. Er war Ausdruck des Protestes gegen die langweiligen Bewegungen bei den damals üblichen Disco Tänzen und sorgte so in der Popkultur für großes Aufsehen.

Viele Stimmen sagen, dass der Pogo der Urvater des Moshpits ist und somit eine direkte Verbindung hergestellt werden kann.

Die wichtigsten Pogo Abwandlungen, die Hauptsächlich in speziellen Musikszenen Anwendung finden sind unter anderem:
Der Slamdance kommt aus der Hardcore-Punk Szene
Das Wracking ist in der Horrobilly, Psychobilly und Skinhead Szene üblich

Das Violentdancing ist tief in der Metalcore und Hardcore Szene verwurzelt

Der sogenannte Stomp, welcher in der Wave-Gothic Szene Anklang findet

Werbung

Was ist ein Moshpit?

Die Herkunft und der Ursprung von Moshpit:

Den Ursprung des Moshpits kann man in den 1980er Jahren in der Metal Szene finden. Bands wie Anthrax und S.O.D. haben den Moshpit überhaupt erst bekannt gemacht und bis heute wird dieser vor allem auf Hardcore, Metal und Punk Festivals und Konzerten ausgeführt.

Moshpit setzt sich aus den Wörtern Mosh und Pit zusammen. Ersteres ist eine Art Kunstwort und soll soviel wie “starke Emotion” bzw. “Chaos” bedeuten, während Pit hier gerne als Traube bezeichnet wird. Es gibt aber auch die Annahme, dass die Bezeichnung des Moshpits jüdische Zusammenhänge mit einem dort vorkommenden religiös rituellen Gebets haben könnte, da in diesem Gebet schnelle kopfnickende und Oberkörper betonte Bewegungen stattfinden. So richtig lässt sich die Herkunft des Tanzes daher nicht mehr nachvollziehen.

Der Tanz:

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

In einem Moshpit bewegen sich die Menschen vor der Bühne in wilden Bewegungen in einem Kreis. Meist kommt man, einmal im Moshpit gefangen, dort nur schwer wieder heraus. Der Tanz kann je nach Musikart, die auf der Bühne gespielt wird, eher lustig oder aber auch aggressiv sein und es finden immer wieder kreative Ideen, wie während eines Moshpits ein Müsli zu essen, ihren Weg. Nicht selten werden wilde Gästen mit den Händen und Füßen getätigt, die in seltenen Fällen auch schon zu Verletzungen oder schlimmerem geführt haben. Leider kam es beim Moshpit auch schon zu unschönen Szenen. So ist bei einem Konzert von The Smashing Pumpkins 1996 eine Frau ums Leben gekommen. Grund war ein zu starker Schlag eines Gastes in ihren Brustkorb, woraufhin die Frau einen Schlaganfall erlitt und daran später gestorben ist. Grundsätzlich wird darauf geschaut, dass keiner verletzt wird und im Falle eines hinfliegens innerhalb des Moshpits solidarisch wieder aufgeholfen wird.

Abwandlungen:

Es gibt zum hier aufgeführten Moshpit noch die Abwandlungen “Wall of Death” und den sogenannten “Circle Pit”. Hierzu gehen wir in weiteren Artikel auf unserer Seite ein.

Was ist die Wall of Death?

Die Wall of Death ist eine “organisierte” Abwandlung des Moshpits und ist inzwischen auf vielen großen Festivals aufgrund des sehr hohen Verletzungsrisikos verbote. So dürfen zum Beispiel auf dem Wacken Open-Air seit 2017 Bands keine Wall of Death mehr vom Publikum einfordern oder dafür sorgen, dass diese in der Masse des Publikums entstehen.

Was ist die Wall of Death?

In der Regel bittet die auftretende Band das Publikum sich in der Hälfte zu teilen und nach links und rechts zu gehen. Dadurch entsteht eine Freifläche im Publikum.

Nun heizt die Band das Publikum an, zu springen und zählt dabei von zehn auf eins runder. Wurde runder gezählt, schreit der Sänger oder die Sängerin “Wall of Death” und das Publikum rennt oder springt gleichzeitig in Richtung mitte der Freifläche. Dabei kommt es oft zu Zusammenstößen des Publikums, was nicht selten Verletzungen nach sich zieht.

Die Wall of Death kommt hauptsächlich im Hardcore und Metal zum Einsatz.

Was ist ein Circle Pit?

Auch der Circle Pit ist eine Abwandlung vom Moshpit. Dieser ist im Gegenzug zum Moshpit etwas “sortierter”, denn das Publikum bewegt sich, meist nach Vorgabe der Band, in eine Richtung des Kreises. Hierzu wird ebenfalls weiter zum Rhythmus getanzt. Der Innenkreis des Pit´s bleibt auch hier frei, was zur Folge hat, dass von oben betrachtet, der Circle Pit wie eine Art Wirbelsturm ausschaut.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Auch hier kann es durch die Geschwindigkeit und das wilde tanzen zu teils schweren Verletzungen kommen, weshalb auch hier bereits mehrfach über ein Verbot bei größeren Festivals nachgedacht wurde.

Keine Tänze, aber mindestens genauso etabliert auf Festivals:

Crowdsurfing

Das Crowdsurfing ist von größeren Clubshows und Festivals nicht mehr wegzudenken, auch wenn die Veranstalter dieser oft Verbote aussprechen.

Sowohl Bands als auch Gäste lassen sich gerne auf dem Rücken liegend über das Publikum tragen und vertrauen dabei auf die Gemeinschaft, nicht fallen gelassen zu werden. Vertrauen ist das oberste Gebot beim Crowdsurfing, denn wenn das Publikum nicht mitmacht, kann es schnell zu einem schmerzhaften Fall auf den Boden führen. Crowdsurfing ist aus den englischen Wörtern Crowd (frei übersetzt Menschenmasse) und surfing (surfen) zusammengesetzt. Oft sieht es so aus, als würde die Person über das Publikum surfen oder schwimmen.

Im Laufe der Zeit wurde das Crowdsurfing weiterentwickelt und so gibt es heute unter anderem dass Feet First Diving, wo die Person mit den Füßen voraus über das Publikum getragen wird. Stagediving ist ebenso beliebt, funktioniert allerdings nur bei Festivals ohne großen Bühnenabstand, denn hier wird von der Bühne oder den Boxen aus ins Publikum gesprungen, welches dann die Person auffängt und über sich surfen lässt.

Das Crowdboarding wurde wiederum von Bands entwickelt und oft durchgeführt. Legendäre Crowdboardings gab es in der jüngsten Vergangenheit immer wieder bei Shows von Rammstein, Deichkind oder den Beatsteaks.

Immer wieder versuchen Festivalveranstalter ein Verbot der meisten Tänze durchzusetzen, allerdings bisher mit mässigem bis keinen Erfolg. Würde man den Moshpit oder das Crowdsurfing gänzlich komplett verbieten und dieses Verbot auch durchsetzen, gäbe es wohl kaum noch den gewissen Reiz, sich vor die Festivalbühnen zu stellen.

Empfehlungen unsererseits

Besucht ihr ein Festival mit der Band „Heaven Shall Burn“ solltet ihr unbedingt mit einem Mosh oder Circle Pit rechnen. Diese deutschstämmige, aus Thüringen kommende Metalcore-Band ist dafür auf den Festivals genau so prädestiniert wie zum Beispiel die amerikanische Hardcore-Band „Hatebreed“.

Im Bereich des Metal geht es schon von jeher um die musikalische Notation des Verbotenen und des Extremen. Metal gab und gibt Musikern die Möglichkeit auszubrechen und Schranken nieder zu reißen. Durch die Entwicklung des Mosh Pit und des Circle Pit habt auch ihr die Möglichkeit auszubrechen, einmal unkontrolliert abzugehen, ohne anschließend weggesperrt zu werden.

Haltet Euch nur an einige, aber wichtige Regeln:

  • Verletzt nicht mutwillig andere Teilnehmer.
  • Liegt jemand am Boden, bitte helft ihm sofort auf.
  • Solltet ihr jemanden in der Mosh- oder Circlemenge sehen, der verletzt ist, bringt ihn sofort aus dem Kreis heraus.
  • Ihr solltet niemanden dazu überreden mitzumachen und verzichtet wegen der Verletzungsgefahr auf Schmuck und Brillen.

Tatsächlich ist es so, dass Menschen und Musiker dieser Szene eher distanziert beäugt werden. Die Angst vor dem Unbekannten ist of vordergründig. Weiß man um die Hintergründe dieser Ekszentrik, erkennt man doch tatsächlich und gerade in dieser Szene, Teamplayer und Fairness.



    *Werbung

    * Dies ist ein Affiliate Link und wird als Werbung gekennzeichnet.